Oh Arzgebirch wie bistu schie!

Am Sonntag, 1. Juni 2008 habe ich zum ersten mal den Sachsenman Adventure Triathlon hinter mich gebracht, also gefinisht. Sechs Stunden fünfzig in denen man über so ziemlich alles nachdenken kann: Warum mache ich das? Wieso hört der Berg nicht auf? Sollte ich mir ein anderes Hobby suchen? Räuchermännel schnitzen vielleicht? Ich bin mir sicher, dass am letzten großen Radanstieg bei Kilometer 94 kaum ein Teilnehmer das Lied mitgesungen hätte: „Oh Erzgebirge wie bist Du schön“.

Einmalig auf der Welt: Erzgebirgische Holzmedaille.

Der Sachsenman ist ein kleiner Triathlon, auf dem Papier sogar von der Distanz: 1.500 m Schwimmen, 115 km Rad, 15 km Laufen. Gerade einmal 200 Starter waren gemeldet, bzw. haben sich getraut. Angekommen sind 150. Das Schwimmen in einem klitzekleinen See in Pirna ist wirklich noch relativ harmlos. Drei mal um die Fontäne kraulen und dann rauf auf’s Rad. Bis in die Uhrmacherstadt Glashütte geht es mild bergan. Adrenalinschübe verursachen hier nur Motorradfahrer, die zur selben Zeit die selbe Strecke für einen mehr oder weniger ähnlichen Zweiradsport brauchen. In Glashütte jedenfalls bleiben alle Uhren stehen, denn danach zeigt der Fahrradtacho regelmäßig: Eigentlich stehst Du! Schieb doch, das geht schneller! Ich werde trotzdem nicht schieben…

Springbrunnen in Pirna: Drei mal reinspringen und Wasser um die Fontäne umrühren.

Mit weichen Knien geht’s in Olbernhau vom Rad. Ich danke den Organisatoren, dass sie mir den richtigen Beutel Laufschuhe zureichen und dafür, dass sie uns nur drei mal fünf Kilometer laufen lassen. Das wird noch gehen, zumal es reichlich Verpflegung gibt. Wurschtbemme (sächs. Wurstbrot) nehme ich erst nach dem Duschen. Kaum zu glauben, dass ich hier oben angekommen bin…

Ankunft in Olbernhau, mittleres Erzgebirge. Alles wieder schie.

Ein Tipp für kommende Sachsenmänner und -frauen: Die Radanstiege sind wirklich gewaltig, steil und laaaang. Sehr frustrierend kann es sein, zu glauben, dass der Berg hinter der Kurve geschafft ist. Denn das ist er meistens nicht. Ich habe den Blick stur auf das Vorderrad gerichtet und immer wieder an das Gegenteil gedacht: Scheiße, hinter der Kurve geht’s bestimmt noch steiler. So erlebt man jede Abmilderung von 15 auf 12 Prozent Steigung als riesen Überaschung.

Weitere Impressionen bei Flickr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.